PRO HUMAN - Ihr Partner im Alter

Menschenwürde

Die Menschenwürde stellt ein Leitmotiv in unserer Arbeit mit dementiell erkrankten alten Menschen dar. Sie soll hier nach dem Verständnis von Schreiber aufgefasst und behandelt werden, der Menschenwürde als "... die Würde des Menschen als Gattungswesen, unabhängig von seinem Verhalten.", bezeichnet.

"Sie wird mit dem Menschen geboren und ist jedem eigen. Niemand kann sie verlieren, wie immer er sich verhält."

In diesem Sinne ist Menschenwürde auch im Grundgesetz verankert, als unantastbares Gut, welches zu achten und zu schützen die Verpflichtung aller staatlicher Gewalt darstellt ( vgl. GG Art.1 Abs.1).

- Menschenwürde verlangt Wertschätzung aller mit PRO HUMAN verbundenen Menschen. Dies gilt ebenso selbstverständlich für dementiell erkrankte Menschen. Es bedeutet Achtung und Respekt in allen Beziehungen und entsprechend einen respektvollen Umgang miteinander.

- Wir entwickeln ein biographisches Verständnis über wesentliche Prägungen und Verluste eines Menschen, da dieses eng mit dem Empfinden für dessen Würde und den individuellen Bewältigungsformen seiner Einschränkungen verbunden ist. Durch ein Kennenlernen des Lebenshintergrundes können wir Verhaltensweisen besser verstehen, woraus sich oftmals ein veränderter, verständnis- und würdevollerer Umgang ergibt.

- Privatheit und Intimsphäre der Pflegegäste werden gewahrt und respektiert, dies schließt auch den Aspekt des Datenschutzes mit ein. Insbesondere auch der sensible Umgang mit den eben erwähnten, biographischen Einblicken ist für uns von Gewicht.

- Wir befolgen den Grundsatz der Gleichbehandlung, d.h. wir akzeptierten jeden Menschen mit seinen Einschränkungen und Schwächen und betrachten und behandeln ihn als wertvollen Menschen. Natürlich beinhaltet dies auch die Gleichbehandlung von Menschen mit physischen und psychischen Störungen.

- Mit unseren meist dementen Pflegegästen pflegen wir einen ehrlichen, partnerschaftlichen Umgang. Dieser ist fürsorglich aber auch genug belastbar für ernste und kritische Reaktionen sowohl von Seiten der Pflegegäste als auch in fachlichem Rahmen von Seiten der Bezugspersonen.

- Wir sehen uns nicht in Machtpositionen gegenüber den Pflegegästen und nutzen diese folglich auch nicht aus. Dies würden wir als eine Form der Gewaltausübung verstehen. Gewalt zerstört die Grundlage für ein vertrauensvolles Verhältnis. Der Wille der erkrankten Menschen muss berücksichtigt werden.

- Wir orientieren uns an den Kompetenzen, nicht am Defizit der dementen Menschen, verbunden mit einer möglichst präzisen Wahrnehmung von Reaktions- und Verhaltensweisen vor dem Hintergrund der jeweiligen Persönlichkeit.

- Bei wenig Eigenantrieb der Pflegegäste bieten wir Fremdantrieb zur Unterstützung an.

- Durch stetes berücksichtigen der oben genannten Punkte möchten wir eine Steigerung des Selbstwertgefühls bzw. des Selbstbewusstseins erreichen und damit verbunden des Ehrgefühls.

- Die Akzeptanz und ein qualifizierter Umgang mit verschiedensten Ausprägungen von Demenz von unserer Seite als Bezugspersonen, und die Sichtweise, dass Menschenwürde unabhängig von Fähigkeiten bzw. Leistung ist, tragen zu einer menschenwürdigen Art des Miteinanders bei PRO HUMAN bei.